Angelika ( Engelwurz )
( Archangelika officinalis )
Familie der Doldengewächse
Brustwurz, Heiliggeistwurz, Zahnwurz, echte Engelwurz, große Engelwurz, Gartenangelik, Angolkenwurzel, zahme Angelika, Brustwurzel, Argelkleinwurzel, Geistwurzel, Heiliggeistwurzel, Giftwürze, Gölk, Luftwurzel
Juli - August
Winter oder Frühlingsbeginn
Wurzeln , Blätter und Samen
Eine mannshohe Staude mit großen Blättern und hohlen Stängeln. Die Blütendolde ist grünlich oder gelblichweiß. Der Geruch ist moschusartig.
Der Tee ist blutreinigend, schweiß- , urintreibend , bei schwachen Magen, schwachen Nerven, angegriffenem Herzen, empfindlichem Darm, gegen Blähungen. Bei zu wenig Magensaft und -säure. Schwach krampflösend. Völlegefühl. Gegen Appetitlosigkeit, Magenkrämpfe, Kopfschmerzen. Wirkt heilend auf die Muskeln, Darmnerven und Atmungsorgane. Die Droge erhöht die Körpertemperatur.
Verteilt Blutansammlungen im Körper.
Weiter genannt als schleimlösend, gegen Angstzustände und Depressionen.
Als Dosierungsanleitung werden 2 – 4 g ( ca. 1 Teel. ) genannt.
Salben helfen bei Hautproblemen und rheumatischen Beschwerden.
keine bekannt , allerdings kann eine Lichtüberempfindlichkeit auftreten. Darf beim sammeln nicht mit dem giftigen Schierling verwechselt werden. Es wird dringend empfohlen, Dosierungsanleitungen nicht zu überschreiten.
1,3 % ätherisches Ö, zu 80 – 90 % aus Terpenkohlenwasserstoffen bestehend., Furanokumarine, Kumarine, Gerbstoff, Bitterstoffe, Sacharose, Pflanzensäuren.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte :
Der Tee sollte alle 2 -3 Stunden in Dosen von 2-3 Eßl. eingenommen werden.Die Bereitung des Tees sollte in der Menge 2-4 g. auf 150 ml. Wasser erfolgen. Man kann die Dosierung ändern in : 1 Tasse 30 min. vor den Mahlzeiten.
Die Pflanzen müssen vor der Verwendung mindestens 2 Jahre trocken gelagert werden.
Angelika – Likör
60g Engelwurzsamen,
8g Fenchelsamen,
8g Anissamen,
6g Koriandersamen
zusammen vermörsern und in 0,5 Liter Branntwein ansetzen. Täglich gut durchschütteln. Nach 8 – 10 Tagen werden 500 g Zucker in 1 bis 2 Litern Wasser aufgelöst und zum abgeseihten Ansatz gegeben. Anzuwenden bei Magen – und Verdauungsproblemen.
Im Sommer kann man frischen Fruchtsirup mit Angelika aromatisieren, im Winter kann man die Pflanzenteile Obstsalaten in kleinen Dosen beigeben.
Die feinen, jungen Stengel kann man kandieren und auf Kuchen und Gebäck auflegen, mann kann sie aber auch in Rhabarber- oder Orangenmarmelade geben um dieser ein feineres Aroma zu geben. In vielen nordischen Ländern ( Schweden, Finnland etc. ) wird aus den jungen, grünen Stengeln ein Salat bereitet.
Reinigt den Boden auf den sie gestreut wird. Als Roychebeigabe zur Förderung von Heilungen. Wird auch in rauchbaren Kräutermischungen verwendet. Die Verwendung war besonders in den nordischen Ländern bekannt, in Mitteleuropa wird die Pflanze seit dem 14. Jahrhundert kultiviert. Vor allem gegen Gifte und Pest war sie ein beliebtes Mittel.
Die Pflanze soll auch bei Unentschlossenheit und Zweifeln helfen können.
Wie die Engelwurz ihren Namen bekam:
Die Pflanze wird in fast allen europäischen Sprachen in Verbindung mit Engeln gesehen ( angelica, angelique ). In alten Kräuterbüchern findet man auch noch Anwendungen der Pflanze gegen den bösen Blick. Viele Quellen nennen den Erzengel Raphael als Kraftgeber der Pflanze.
Im Kräuterbuch des Pfarrer Künzle findet man dazu folgenden Text : "Ein Kranker, bleich und hüstelnd begab sich zu einem frommen Waldbruder ( alte Heilerbezeichnung ), von dem hieß es, er sei so begnadet, durch Gebete zu heilen. Der Waldbruder zog sich wie gewöhnlich zum Gebete zurück. Hier erschien der Erzengel Raphael, der bekanntlich der Engel der Gesundung ist, und zeigte ihm eine Pflanze, die im nahem Wassergraben sehr üppig wuchs. Durch die Kraft dieser Pflanze würde der Kranke seine Gesundheit wiederbekommen. der Waldbruder nahm die Pflanze, gab sie dem Kranken und unterwies ihn, wie er daraus einen heilsamen Trank bereiten könnte. Und da der Kranke alle Weisungen genau befolgte und Gesundete gab ihr der Waldbruder den Namen Engelwurz.