Anis
( Pimpinella anisum )
Familie der Schirmträger
Süßer Kümmel, Kleiner Anis, Enis, Enes, Einis, Jenes, römischer Fenchel
Juli - August
September auf Wiesen und Gärten
Samen und Kraut
Ein bis 1 Meter hoch werdender Stängel mit rundlichen Blättern, Eine locker zusammengesetzte Blüte. Das Kraut verbreitet einen angenehmen Duft.
Anistee wirkt auf den Verdauungsapparat, Erkrankungen der Luftwege, Katarrhe von Luftwegen und Bronchien, Husten, appetitanregend, magenwärmend, schleimlösend,beruhigend, gg. Blähungen. Bei krampfartigen Magenkoliken. Fördert die Milchbildung stillender Mütter. Bei Schlaflosigkeit, Hysterie, nervösen Störungen, nervöse Spannungszustände, Magenschwäche, Lungenerkrankungen.
Das Anisöl reinigt, stärkt den Magen.
Die Dosierung wird mit 8 – 15 g pro Liter Wasser genannt.
Teebereitung : 2 Teel. Oder 5 g ( zerquetschte oder gemörserte ) Früchte auf ½ Liter Wasser.
Dasätherische Öl des Anis findet Anwendung bei :
rheumatischen Beschwerden ( Reizmittel ), auch zu finden
in Salben gegen Kopfläuse.
Der Tee findet auch Anwendung als Mund – und Zahnwasser.
keine bekannt, es sollte aber auf das Sammeln verzichtet werden, da die Gefahr der Verwechslung mit dem tödlich giftigem Fleckenschierling besteht.
5– 6 % ätherisches Öl ( 80 – 90 % ig aus Trans – Anethol ), weitere Bestandteile des Öls ( Methylchavikol, Sesquiterpenkohlenwasserstoffe ), Eiweiße, Fette, Kumarine
Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte :
BeiSchluckauf kann man auch diesen Tee anwenden. Der Tee hat auch eine gute Auswirkung auf die Milchproduktion stillender Mütter.Anistinktur findet Anwendung bei allen oben angegebenen Krankheiten.
Anistinktur : 30 g. gestoßenen Anis auf 1 Liter Branntwein, 30 g. gestoßenen Fenchel dazugeben, außerdem etwas Zitronenschale. Das Ganze 14 Tage in der Wärme ziehen lassen und abgießen.
Wurde bereits zur Zeit der Ägypter und Kreter als Gewürz verwendet.
Der griechische Arzt Dioskurides beschrieb, in seiner Arznemittellehre, eine erwärmende, erleichternde, austrocknende Wirkung auf die Atemwege zu.
Plinius, der römische Naturforscher, gab Anis seinem Theriak zu. Theriak war einer Mischung unterschiedlichster Substanzen, sie sollte alle Gifte besiegen.
Schriften und Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert bezeugen einen Anisanbau im Elsaß zu dieser Zeit.
Anisöl ist eines der ältesten bekannten Öle überhaupt.
Aenis
samen oder ein confect daruon
ist nicht allein lieblich sondern auch sehr nützlich
all denen so einen bösen stinkenden Athem haben
vnd nicht wol schlafen mögen. Dieser samen ist nutz den Wassersüchtigen
dann er eröffnet gewisslich die Leber bewegt den harn
lescht den durst vnnd truckt nider die auffblähung des bauchs
Weiter ist Aenis gut zu aller Innerlichen sehrigkeit des Magens
der lungen der lebern vnd der Mutter,
dann er stercket vnnd erwärmet
vnnd heilet den Magen vnnd alle Innerliche glider
macht dawen gibt einen guten geruch vber sich in das Haupt
stillet schmetzen vnnd Grimmen das aufstoßen und kluxen
vertreibet inn summa alle presten vnnd blähungen des magens vnnd der Lungen
stillet den weissen fluss. Weitter so eröffnet aenis den gang zum vnkeuschen samen ist es ein Mann oder zu der Milch ist es eine Fraw oder Seugerinn.
Aenis gedörrt vnnd eingenommen verstellet des Stulgang
rote rur vnnd den weissen fluss der Frawen.
anno 1577, Hieronymus Bock