Beinwell

( Symphytum officinalis )

 

Familie der Ochsenzungegewächse

 

 

Beinbrechwurz, Beinwurz, Kuchenkraut, Beinheil, Hasenbrot, Milchwurz, Scheuerwurz, Schmalzwurz, Schmerwurz, Schwarzwurz, Wallwurz, Glotwurzel, Lotwurz, Schärwurz, Schmeerwurz, Waldwurz, schwarz Waldwürze.

 

 

                             

Mai - September

                         

Mitte Mai

                

die Wurzel


 

      

Eine glockenförmige Blütenkrone hat eine rosa bis zart violette

Färbung, die unterirdischen Teile der Pflanze sind schwarz.

 


 

 

 

                          

Gurgelwasser gegen Parodontose, Entzündungen der Mund und Rachenschleimhaut, Reizungen der Magen- und Darmschleimhäute. Bronchialkatarrh, Magenblutungen,

Rippenfellentzündungen.Die Pflanze ist wund- und entzündungsheilend.

 

Als Dosierungsangabe werden 4 – 8 g (  1– 2 Teel. ) genannt.

 

                           

Brei oder Salbe aus der frischen Wurzel wird verwendet bei :Umschlägen auf geschlossenen Wunden, Beinbrüche, Verstauchung, Überanstrengung, gelähmte Glieder nach einem Schlaganfall, Gichtknoten, Knochenhautreizungen, entzündliche Haut- und Schleimhautschäden, Prellungen, Quetschungen, bei rheumatischen Beschwerden, schmerzende Amputationsstümpfe, Anwendung der frischen, sauberen Wurzel bei Hieb-, Stich-, Schnittwunden. Bei Blutergüssen. Kann bei Querschnittslähmungen Linderung bringen.

 

Die Tinktur bei Rheuma- und Gelenkschwellungen. Bei äußeren und inneren Wunden. Bandscheibenschäden. Nackenschmerzen, Knocheneiterung, Beinhautentzündung. Insektenstiche.

Sitzbäderbei Durchblutungsstörungen in den Beinen, evtl. Krampfadern, zur Nachbehandlung von Knochenbrüchen.

 

 

 

beiäußerlicher Anwendung nicht bekannt, die in der Pflanze

vorhandenen Stoffe haben sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen, was ein innerliche Anwendung ( zumindest über einen längeren Zeitraum ) sehr fragwürdig macht. Diese Stoffe werden bei der äußerlichen Anwendung kaum in den Körper absorbiert.

 

 

Alantoin, geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide, Aspargin, Gerbstoffe, viel Schleim, Stärke, Triterpene und Aminosäuren

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte :

Man kann die Wurzel auch frisch geschabt auflegen.  

 

 

Tee aus den Wurzel bereitet man mit 2 Teel. kleingeschnittener Wurzel, diese wird in¼  Liter Wasser , kalt, über Nacht angesetzt. Am Morgen wird leicht angewärmt und schluckweise getrunken.

 

 

Breiauflagen : Die gut getrockneten Wurzeln werden fein zermahlen und in einem Becher mit heißem Wasser und etwas Speiseöl zu einem glatten Brei verrührt.

 Jetzt wird die entstandene Masse auf ein Tuch gestrichen und warm auf die Stellegelegt. Mit einem trockenem Tuch oder einer Binde fixieren.

 

Blattauflagen werden mit dem Nudelholz gut gequetscht und aufgelegt, soll es eine warme Auflage werden, brüht man die Blätter kurz mit kochendem Wasser. Auch mit einem Tuch oder einer Binde fixieren.

 

Badezusatz : 450 - 550 g getrocknete Blätter werden mit 5 Litern Wasser über Nacht kalt angesetzt. An folgenden Tag kocht man dieses auf und gibt es zum Badewasser.

Sitzbäder mit ca 200g Blätter.

 

Beinwelltinktur : Saubere Wurzeln werden geschnitten und  randvoll in eine Flasche gefüllt, dann wird mit Korn ( 38 % ) aufgefüllt. Diese Mischung bleibt 14 Tage in der Sonne oder am Herd stehen. Abseihen und in eine lichtdichte Flasche umfüllen.

 

Beinwellsalbe : 4-6 frische, saubere Wurzeln werden fein geschnitten und in 250 g reinem Schweinedarmfett aufgebraten. Über Nacht warm stehen lassen. Am folgendem Tag wird die Mischung nochmals angewärmt ( nicht mehr heiß, nur zum verflüssigen ) und durch ein  engmaschiges Tuch gepreßt. In saubere, verschließbare Gläser füllen und gekühlt aufbewahren. Kann an Mensch und Tier verwendet werden, Benutzung auch anstatt Auflage.

 

Beinwellwein : 4-5 gewaschene Wurzelnwerden fein geschnitten und in 1 Liter gutem Weißwein 5-6  Wochen angesetzt. Gut gegen Lungenleiden.     

 

 

 

 

In der Antike bereits von Dioskurides und Plinius genannt. Hildegard von Bingen und weitere mittelalterliche Autoren nannten die Pflanze in ihren Schriften als Arzneimittel bei Knochenverletzungen und Beinbrüchen. Im Mittelalter auch gegen Durchfall, Bluterbrechen, Blutharnen und Gonorrhöe angewendet. 


BeinwellblütenBeinwellpflanze