Bilsenkraut

( Hyoscyamus niger )

 

Familie der Nachtschattengewächse

 

Appolonienkraut, Becherkraut, Balsamkraut, Dolldill , Rindswurz, Roßzahn, Sauerkraut, Schlafkraut, Teufelsauge, Tollkraut,  Zahnwehkraut, Zigeunerkraut, Billerkrut, Bilsamkrut, Binselkraut, Dullbillerkrut, Fettkraut, Hunnemigenkrut, Kesselkraut, Maddekraut, Rasewurzel, Säukraut, Schweinskraut, Tolldill, Verrenkwurzel, Zahnkraut, schwarzes Bilsenkraut. Todesblumenkraut

 

 

Juni bis August

 

Blätter und blühende Zweige von 2 jährigen Pflanzen

 

nicht selbst sammeln


 

      

eine bis zu 80 cm hoch werdende Pflanze aus der Gruppe der Nachtschattengewächse. Die Kapsel  enthält viele kleine Samen.


 

 

 

 

                            

Unter Kontrolle kann die Pflanze angewendet werden bei :

krampfhaften Augenleiden, Gehirnentzündung, Zahnweh, Blasenkrampf und Blasenlähmung, Geistesstörung mit  großer Erregung, Erregungszustände des zentralem Nervensystem . Zentrale Sehstörungen. Krampflösend, sekretionshemmend. Bronchialasthma, Koliken.

 

 

                          

uninteressant

 

 

 

Die gesamte Pflanze ist sehr giftig. Bei der Anwendung, die nur unter Aufsicht des Arztes geschehen sollte, sollte nur die verdünnte hom. Essenz verwendet werden. Auch bei üblicher Dosierung können folgende Nebenwirkungen auftreten: Unruhe, Pupillenerweiterung, Mundtrockenheit, Verwirrtheit, langer- tiefer Schlaf , Lähmung des Atemzentrums. Todesfälle sind beiunsachgemäßer Verwendung zu erwarten !!!

 

 

bis 0,2 % Alkaloide, darunter L-Hyoscyamin und L-Skopolamin, Flavonoide und Gerbstoffe

 

 

 

Bilsenkraut ist ein Bestandteil des sogenannten Hexenflugsalbe. Wie viele Arten der Nachtschattengewächse ist das Bilsenkraut von starker – nicht zu kontrollierender – psychischer Wirkung. 

Im Mittelalter wurde die Pflanze auch beim brauen dem Bier zugesetzt, dies wurde allerdings ab dem 16 Jahrhundert polizeilich verboten.

Bilsenkraut wurde als Anregungsmittel in den mittelalterlichen Badestuben auf die Öfen gestreut.

Bilsenkraut gehört zu den ältesten bekannten Giftkräutern, war bei vielen Nichteuropäischen Völkern wie Indern, Ägyptern, Perser, Araber etc. bekannt. Ob es sich dabei um die hier genannte Bilsenkrautart oder eine Unterart handelte, kann nicht mehr nachvollzogen werden.

Dioskurides beschrieb 4 unterschiedliche Bilsenkrautarten, er beschrieb die Wirkung als Wahnsinn und Lethargie verursachend, fand aber heraus, das ein Umschlag mit frischen Blättern schmerzstillend wirkte.

Auch in der Literatur spielte Bilsenkraut eine Rolle, in Shakespeares Hamlet wurde damit zum Beispiel der König vergiftet.

Die bedeutendste Rolle spielte Bilsenkraut wohl aber in der Zauberei und Hexerei, hier machte man sich die psychoaktive Wirkung des Bilsenkrautes in Hexensalben zu nutze.

Die Volksmedizin setzte die Pflanze gegen Schmerzen als Narkosemittel ein, z. B. beim Zahnziehen und für die ersten Operationen.


Glockenbilsenkrautblühendes Bilsenkrautblühendes Bilsenkraut