Brennessel

( Urtica dioica )

 

Familie der Brennesselgewächse

 

große Brennessel, Hanfnessel, Heiternessel, Estekraut, Tausendnessel, Senznettel und Nettel, Donnernettel, Zingel, Neddel, Große Neddel, Tissel.

Im arabischem Raum : Quarrays oder Hhurrayq

In der Türkei : Büyük isirgan otu

 

 

                            

Frühjahr

                        

Sommer bis früher Herbst

                

die gesamte Pflanze ( Sprösslinge,  junge Blätter, Wurzeln )

 


 

        

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Europe, Asien und Nordafrika, ist aber über die gesamte Erde verteilt. Bevorzug Ödland, wasserreiche Gebiete, Wegraine, Lichtungen und ist interessanter Weise sehr häufig in der Nähe von menschlichen Behausungen zu finden.Die Brennhaare enthalten Acetylcholin, Histamin, Serotonin, Ameisen-, Butter und Essigsäure. Das Kraut enthält Flavonoide, Glucokinine und Mineralstoffe.


  

 

 

                           

Ein Aufguß aus Kraut  und / oder Wurzeln ( etwa 2 Eßl. Auf   ¼ Liter Wasser wird angewendet bei : Wassersucht, Hämorrhoiden, wirkt harntreibend, schleimlösend und blutreinigend. Frühjahrskur ! , bei Infektionserkrankungen als Vorbeugemittel , löst eine beträchtliche Ausscheidung von chloriden und Harnstoffen aus. Bei rheumatischen Beschwerden. Gegen Kopfschmerzen, Nierengrießbildung, Nierenkrankheiten, Erkrankungen und Entzündungen der Harnwege, Leber - und Gallenleiden, Milzerkrankungen, Verschleimung des Magens, Magengeschwüre,

Darmgeschwüre und -erkrankungen, Erkrankungen der Lunge. Bluterkrankungen, Allergie, Rheuma und Gicht, Anfälligkeit für Erkrankungen, schmerzhafter Ischias,

blutzuckersenkend, blutbildend, gegen Frühjahrsmüdigkeit, Durchblutungsstörungen, Herzkranzgefäßverengungen, gegen leberbedingten Juckreiz,  Müdigkeit, Nervenentzündungen, evtl. auch Magenkrebs und bösartige Geschwüre. Wird in der Naturheilkunde auch gegen gutartige Prostatageschwüre eingesetzt.

Schwemmt Harnstoff und Chloride aus.

Gegen Frühjahrsmüdigkeit sollen täglich 100 ml des Frischsaftes getrunken werden.

Dosierung für die innere Anwendung : 30 – 60 g pro Liter.

 

 

                         

Starker Aufguß zum waschen der Haare , gegen Entzündungen.

In alten Kräuterbüchern findet man auch folgendes Rezept : Brennesselblätter werden mit Salz zerstoßen, dies ergibt eine Auflage gegen verschlossene Wunden, Geschwüre und Beulen.

Man kann mit den frischen Brennesseln eine Anwendung machen, indem man die frische Pflanze auf den Körper schlägt.

Dies ist angezeigt bei : Gicht, Rheuma, Ischias, Asthma, Hexenschuß , der anfängliche Schmerz geht in ein anhaltendes Wärmegefühlüber.

Peitschungen der Haut mit der frischen Pflanze werden gegen rheumatische Schmerzen eingesetzt. Viele Naturvölker machen auch Umschläge mit dem frischen Kraut gegen Gicht und rheumatische Beschwerden.

 

 

keine bekannt, allerdings sollten keine älteren Pflanzen Anwendung finden, da es, Aufgrund der höheren Konzentration an einigen Inhaltsstoffen zu Nieren- und Magenreizungen kommen kann. 

 

 

Chlorophyll, Karotinoide, Gerbstoffe, Triterpene, Pflanzensäuren, Mineralstoffe

In den Brennhaaren : Amine, Azetylcholin, Ameisensäure, Essigsäure, Buttersäure

 

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte :

Tee : 1 -2 gehäufte Teelöffel pro ¼  Liter Wasser. Nicht kochen ! Kurze Ziehzeit.

 

Tinktur : Gut gesäuberte Wurzeln werden bis zum Hals in eine Flasche gegeben. Dieses

gießt man mit Korn ( 38 % ) auf. 14 Tage in der Wärme ziehen lassen.

 

  

Die Pauite Indianer in Nevada verwenden den Rauch der Pflanze gegen Lungenentzündungen und schwere Grippe.

 

In der Antike als Delikatesse bekannt.

Der Aberglaube nennt die Pflanze Nadel des Satans und die Waldrebe, Clematis, als das Garn dazu.

In indianischen Haushalten ist die Pflanze sehr häufig zu finden, weil sie Böses und böse Einflüsse vertreiben soll.

Dioskurides setzte die Pflanze im Altertum gegen Verrenkungen, Geschwüre und Drüsenentzündungen ein.

In Norwegen wurde die Pflanze in Wasser oder Stutenmilch, mit Zucker, verkocht und wurde Kindern gegen Keuchhusten gegeben.

Rumänische Zigeuner verwenden den Tee gegen niedrigen Blutdruck.

Indianer verwenden den frischen Saft gegen Schwächezustände.

Die Pflanze ist bereits seit dem griechischem Altertum bekannt. Dioskurides empfahl sie gegen krebsartige Geschwüre, Verrenkungen, Drüsenentzündungen und gegen Hundebisse.

Die heilige Hildegard von Bingen empfahl die Brennessel als Speise

   

In der Mythologie wird die "brennende" Pflanze zum Schutz vor Hexen und Dämonen gebraucht. Die Brennessel zählt zu den Neunkräutern (neunerlei Kräuter, die neun ist ein Zauberzahl). Wenn man die Neunkräuter zusammen mit neunerlei Holzarten kocht und dann im Schein des abnehmenden Mondes vergräbt, ohne zu sprechen und ohne von jemand beobachtet zu werden, ist man von allen angehexten Leiden geheilt.
Die Nessel dient auch dazu Heilungschancen vorauszusagen. Legt man die Brennessel in den Urin des Kranken und bleibt sie dabei Tag und Nacht grün, so wird er bald gesund, schrumpft sie aber ein, so ist jede Hoffnung auf Besserung umsonst.
Ein Kranker kann auch sein Fieber auf die Nessel übertragen und so gesunden, wenn er nach Sonnenuntergang etwas erbetteltes Salz über das Kraut streut und folgende Beschwörungsformel dazu spricht: "Nesselstrang, ich klage dir, Mein sieben und siebzigerlei Fieber plaget mich, Nimm es ab von mir, Behalt es an dir!" Läßt die Pflanze den Kopf hängen und verwelkt, dann hat der Zauber geholfen und der Kranke ist von diesem Fieber auf alle Zeit erlöst.
Die Nessel ist auch ein Helfer um feurige Liebe auszulösen. Ein Öl mit Nesselsamen und gemahlenen Pfeffer hilft. Oder Nesselsamen in Wein macht Begierde zur Unkeuschheit, wie uns Dioscurides, griechischer Militärarzt im 1. Jahrhundert, mitteilt.

 

Der hohe Anteil an Vitaminen und Mineralien macht die Brennessel auch zu einer wertvollen Küchenpflanze.


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