Farnkraut, Wurmfarn

( Aspidium filix-mas )

 

Familie der Farne

 

gemeiner Wurmfarn, Faren, Farnwurzel, Flöhkraut, Farnkrautmännchen, Waldfarn,

Johanniswurz, Schnackenkraut, Wurmfarn, Hirschzehen, Teufelswische, Teufelskraut,

Teufelsklaue, Zwickkraut, Wanzenwurz, Irrkraut, Otterkraut, Otternkraut, Farnwurzel, Flöhkraut, Fünffingerwurzel, Glückshand, Hexenkraut, Maukenkraut, Schabel, Schnakenkraut, Wanzenwurz, Johannishand, Wanzenkraut.

 

 

                           

Fruchtreife im Juni - September

 

                       

Der Wurzelstock im Herbst, allerdings wird auch schon der Juli genannt.

Fertigware aus der Apotheke ist dem Selbstsammeln vorzuziehen.

 

 

                  

Wurzeln und Samen

 


 

         

bekannt

 

 


 

 

                           

Das grüne Pulver der getrockneten Wurzel wird angewendet

beiEingeweidewürmern. Das Pulver darf aber nur 2  Tage in

kleinen Mengen angewendet werden. Am 3. Tag muß dann

ein wirkungsvolles Abführmittel angewendet werden. Dann muß in jedem Fall eine längere Behandlungspause eingelegt werden, da sonst sehr schwere Schäden auftreten.

Zu anderen innerlichen Anwendungen sollte Wurmfarn nicht

verwendet werden.

 

 

                         

Das getrocknete Kraut kann  verwendet werden in

Kräuterkissen bei Rheuma, Gicht und Hexenschuß.

Bei alten, eitrigen Wunden soll man Wasser und Wein

zu gleichen Teilen verwenden und darin die Wurzel kochen,

diesen Absud kann man dann als Auflage für die Wunden

nehmen oder die Wunden damit waschen.

Auch anwendbar bei Drüsenschwellung.

 

 

 

Die innerliche Anwendung sollte stets unterbleiben, da auch für

die Wurmbehandlung bessere Mittel über den Arzt zu erhalten sind. Sogar die

äußerliche Behandlung ist nicht ganz ungefährlich.

Vergiftungserscheinungen sind : Kopfschmerzen, Atmungs- und Kreislaufbeschwerden, Schwindel, schwere Sehstörungen, die bis zur Erblindung führen können.

Schwangere sollten Farn in keinem Falle innerlich anwenden !

 

 

mehrere Butanonphlorogluzide, Gerbstoffe und Stärke

 

 

Im freien verbrannt ist Wurmfarn ein regenbringer. Die eingerollten jungen Triebe der Pflanze sollen, über dem Mittsommernachtsfeuer getrocknet, als Amulett dienen.

Bereits in der Antike wurde die wurmtreibende Kraft des Farns genutzt, Angaben von Theophrastos, Plinius, Dioskurides belegen dies.

Hildegard von Bingen beschrieb die Wirkung der Pflanze sehr ausführlich, auch

Die Wirkung gegen den Teufel und gegen Verzauberungen sollte die Pflanze schützen. Die Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts beschrieben die Wirkung im Aberglauben sehr ausführlich.

Eingesetzt wurde das Kraut allerdings erfolgreich in der Wundheilkunde und wurde besonders bei verunreinigten, entzündeten Wunden empfohlen.

Die mißbräuchliche Anwendung als Abtreibungsmittel wurde häufig erwähnt.    

 


Als Sporenpflanzen fehlen den Farnen Blüten und die daraus hervorgehenden Früchte. Die somit "ohne Vorbereitung" an den Wedeln auftretenden Sporenkapselhäufchen haben als "Farnsamen" einer imaginären "Farnblüte" die Phantasie unserer Vorfahren mächtig beflügelt. So glaubt man, daß nur in der Sonnenwendnacht in der Mitternachtsstunde der Farn blüht und sogleich Samen erzeugt, welche über besondere Zauberkräfte verfügen. Diese kann man nur bekommen, wenn man besondere Beschwörungspraktiken befolgt. Wer den Farnsamen besitzt kann sich damit unsichtbar machen. Farnsamen hilft auch Schätze zu entdecken und schafft eine glückliche Hand bei allem was man anpackt, auch im Spiel. Er hilft die Gunst der Frauen zu erlangen.
Farnsamen hilft seinem Besitzer auch Kristalle und sogenannte Erdspiegel zu finden, in welchen man alles sieht, was in und auf der Erde vorgeht. Er hilft sogar die Sprache der Tiere zu verstehen.

Wie kommt man in den Besitz des wertvollen Farnsamens? Eine Legende besagt folgendes: darf während der Adventszeit nicht beten, keine Kirche besuchen, kein Weihwasser berühren und muß sich immer wünschen, daß einem der Böse zu Geld verhilft. In der Johannisnacht muß man dann zwischen elf und zwölf Uhr nachts auf einen Kreuzweg gehen, über den schon Leichen zum Friedhof getragen wurden. Dabei erscheinen plötzlich viele bekannte und unbekannte Verstorbene, die einen bewegen wollen, von dem Vorhaben abzulassen. Nun darf man sich nicht rühren, nicht einmal die Miene verziehen, sonst wird man sogleich vom Teufel zerrissen. Ist Schlag zwölf Uhr die Probe bestanden, so kommt der finstere Jäger und gibt einem eine Tüte Farnsamen


 WurmfarnWedel des WurmfarnsFarnkraut oder Wurmfarn