Schlafmohn
( Papaver somniferum )
Familie der Mohngewächse
Mohn, Gartenmohn, Magsamen, Ölmagen, Ölsaat, Kolben, Lichtschnauppen, Mahen, Magen, Magsaat, Mahnkoppensaat, Mägle, weißer oder schwarzer Mohn,
Juni - August
Im Juli nach der Blüte
die unreife Kapsel, walnußgroß
dem Klatschmohn sehr ähnlich, allerdings sind die Blüten
weiß- violett.
Nur nach ärztlicher Verordnung zu verwenden, die Pflanze ist
Morphinhaltig und kann abhängig machen. Es wird ausschließlich
die hom. Verdünnung angewendet.
bei : starken Schmerzen, zur Ruhigstellung des Magen-Darm- Kanals, der Gallen-
und Harngänge, sowie der Bronchialmuskulatur.
Durchfallerkrankungen.
uninteressant
Die Opiumtinktur kann zur Sucht führen, alle Teile der Pflanze sind
giftig, diese Pflanze ( und ihre Erzeugnisse ) unterliegt den Sicherheitsbestimmungen des Suchtmittelgesetztes. Eine Verwendung und/oder Weitergabe ist nur durch den Arzt zulässig, mißbräuchliche Verwendung und / oder Weitergabe ist strafbar.
Vergiftungserscheinungen sind : Tiefer Schlaf und Lähmung des Atemsystems bis hin zu tödlichem Ausgang.
Der eingetrocknete Saft der unreifen Kapsel ist das Opium, eine rotbraune, harzähnliche Masse. Es ist ein stark betäubendes, schon in geringer Menge tödliches, Mittel, die stärkst Einzelgabe wurde schon im Mittelalter auf 0,15 g. festgesetzt.
25 verschiedene Alkaloide darunter Morphin, Codein, Papaverin, Noskapin. Pflanzensäuren, Harz, Schleim und Gerbstoffe.
Die Samen enthalten 45 % fettes Öl, Eiweiß
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Sogar im späten 18. Jahrhundert, als man Kinder noch mit Opium oder Morphinen ruhigstellte, ist folgendes in einem Kräuterbuch zu lesen : Den Absud [ der Mohnkapseln] als Schlafmittel für kleine Kinder zu verwenden ist eine Rohheit und fast verbrecherisch zu nennen, er verdummt die Kinder, was in manchen Gegenden, wo sich Missstand eingeschlichen hat, ganze Schulklassen beweisen und die Leute dort nehmen Tadel darüber nur sehr gehässig aus.
In Mitteleuropa wird der Schlafmohn seit der Jungsteinzeit kultiviert. Das Opium war bereits im 3. und 4. Jahrhundert v. Chr. In den Mittelmeergebieten im Einsatz und fand Anwendung.
Der griechische Arzt Hippokrates verwendete den Milchsaft der Blätter und Früchte als schmerzstillendes Mittel.
Kräuterbücher des 16 / 17. Jahrhunderts beschrieben die Wirkung auch gegen Husten, Heiserkeit und Durchfall. Zu dieser Zeit entstanden in China und Indien die ersten„Opiumhöhlen“, in diesen Räumen und Häusern nahm das Rauchen von Opium als Genußgift unwahrscheinlich große Dimensionen an.
In Kleinasien ist die Opiumgewinnung bereits seit 200 Jahren üblich und unverändert.
Im Mittelalter war Opium ein Bestandteil des Theriaks, der Mischung von unterschiedlichsten Pflanzenextrakten gegen Giftwirkungen jeder Art.
Den Beweis der Wirkung des Opiums aufgrund des hohen Alkaloidgehaltes erbrachte der Apotheker Friedrich W. Sertürner im Jahre 1804.
