Seifenkraut
( Saponaria officinalis )
Familie der Nelkengewächse
Waschwurzel, Waschkraut, Seifenwurzel, Speichelwurz, Spatzenwurzel, Schlüsselkraut, Hundsnelke, Hundsnägelein, Madenkraut.
Juli - August
vor der Blüte
Die Ausläuferwurzeln, die Strohhalm- Fingerdick sind. Blätter.
eine starke, tief in den Boden gehende Wurzel, die Blüten sind weiß oder rosarot. Die Wurzel schmeckt anfangs süßlich – schleimig, dann bitter und herb, reizend und kratzend. Beim kochen der Wurzel entsteht eine Art Seifenschaum.
Der Aufguß der Wurzel bei :
Husten, Brustkatarrh, Verdauungsstörungen und Skrofeln.
Umschläge und Waschungen bei Hautunreinheiten und Hautentzündungen.
Die Pflanze ist schwach giftig, man muß bei der Dosierung vorsichtig sein, da sonst Brechreiz auftreten kann.
4 verschiedene Saponine, Zucker, Kohlenhydrate
Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte :
Wurzeldosierung : 1 Eßl. pro Tasse Wasser.
Teebereitung im Kaltansatz am wirkungsvollsten
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In früherer Jahrhunderten verwendete man die Pflanze, aufgrund des hohen Saponingehaltes, zur Herstellung von Seifen und Waschmitteln. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts verwendete man die Pflanze auch gegen Engbrüstigkeit, keuchenden Atem, Syphilis aber auch als schweißtreibendes und menstruationsförderndes Mittel.
Als weiteres Einsatzgebiet wird die Wirkung gegen Madenwürmer genannt.
Krafft vnd Würckung der Seiffenwwurtzel
Seifenwurtzel
mehr oder minder mit Honig vermischt vnd eingenommen
soll den zähen koder zertheilen
die groben Phlegmata trennen vnd aussführen
dienet wol für Leber und Miltz süchtige
auch für keichende Menschen
so stäts mit schwerem athem husten
treibet den Harn
den Stulgang
vnd Fraven blödigkeit.
soll auch den schwachen kalten Männern wider auff helffen.
Bey den alten hat man diese wurtzel auch zu den dunklen Augen gebrauchet.
vnd wann sie wollten beulen vn harte knollen ertheilen
haben sie gemelte wurtzel vbergelegt
zuvor zerknütscht
dessgleichen gifftige raude vnd grindt zu vertreiben ist
sie nutz inn Essig oder Wein gesotten vnd
vberschlagen.
Die Ordensleut
als Barfüsser wäschen jhre kappen darmit
haben sie nicht gelt
Seiffen zu kauffen
oder Wescherinen zu dingen
wie sich dann die arme Brüder Sanct Francisci
höchlich beklagen.
anno 1577 Hieronymus Bock