Tollkirsche
(Atropa belladonna )
Familie der Nachtschattengewächse
Beckedorn, Bollwurz, Irrbeere, Judenkersche, Krötenstrauch, Krottenbeere, Rattenbeere, Römerin, Sauerkraut, Sauertod, Schlafkirsche, Schlafkraut, Schlangenbeere, Schwindelbeere, Schwindelkraut, Teufelsbeere, Teufelskraut, Tintenbeere, Tollbeere, Tollkraut, Waldnachtschatten, Wolfskirsche, Bullwurz, Burchert, Giftkriesi, Hirschweichseln, Krötenblume, Krötenbeere, Rasewurz, Röwerin, Waldbeere, Wolfskriesi,
Juni bis August
Blätter und Zweige vor der Beerenreife,
Beerenreife August bis Oktober
Blätter, Zweige und Beeren
ein Strauch, zu finden in Wäldern, an Wegen und auf Lichtungen.
Nur nach Verordnung des Arztes und dann auch nur in der hom.
Verdünnung anwenden, alle Teile sind sehr stark giftig. Folgen von Erkältungen, Folgen von Ärger und Schreck, Infektionsfieber, Mandel- und Halsentzündung, Epilepsie, Geistesstörungen, Erregungszustände, bei Krämpfen, Lähmungen, Nervenschmerz, Keuchhusten , bei Gallenstein - und Nierenkoliken, heftigem Kopfschmerz, Regelbeschwerden, Mittelohrentzündung, Scharlachfieber, Rose, alle Arten von Augenleiden, Krampfhusten, Vollblütigkeit.
BeiKrebserkrankungen wird die Breipackung der Blätter von außen aufgelegt.
Auch hier ist bei der Anwendung äußerste Lebensgefahr durch falsche Anwendung gegeben.
sogar bei der verordneten Anwendung kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen ( Trockenheit im Mund, Vergrößerung der Pupillen, Seh- und Bewusstseinsstörungen ) . Auch die Anwendung der Pflanze zu äußerlichen Auflagen ist gefährlich. Missbräuchliche
Anwendung ist tödlich !!
Kraut und Wurzeln enthalten L-Hyoszyamin, dies geht bei der Trocknung teilweise in Atropin über, weiter Skopolamin und weitere Alkaloide. Die Wurzeln haben einen höheren Atropingehalt.
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Die Tollkirsche ist eine Pflanze, die von Hexen zur traditionellen Walpurgisnacht ( 30 April ) als Bestandteil der Flugsalben mit Ruß und anderen Zutaten vermischt aufgetragen wurde. Der Ruß sollte aber wahrscheinlich nur vor überdosierung der sonst nicht gut erkennbaren Menge schützen.
Paracelsus erwähnte die Pflanze. Hildegard von Bingen brachte die giftige Wirkung der Pflanze mit dem Teufel in Verbindung. Die erste Bilddarstellung der Pflanze stammt aus dem Jahre 1542 und ist in einem Kräuterbuch des Leonhard Fuchs zu finden. Zu dieser Zeit galt die Pflanze aber mehr als Tierarzneimittel und wurde gegen Schweinekrankheiten eingesetzt. Viele Kräuterbücher warnten vor der giftigen Pflanze und dem Genuß der kirschenähnlichen Beere.
In Italien wurde der Saft von Frauen verwendet, in die Augen getropft erweiterte er die Pupillen, was damals als schön galt – diese Anwendung gab der Pflanze allerdings ihren lateinischen Namen „bella donna“ – in der Übersetzung bedeuted die „schöne Frau“ oder „schöne Dame“.
Seit dem 19. Jahrhundert findet die Pflanze in der Augenheilkunde Anwendung- hier wird die erweiternde Wirkung genutzt.
Die Tollkirsche gehört - wie Stechapfel, Bilsenkraut und Mandragora - zu den Nachtschattengewächsen. Sie ist früher ein Hauptbestandteil der sogenannten Hexensalben und -tränke, jenen Mitteln mit denen sich die Hexen stärken um durch die Lüfte zu schweben, Mäuse und Unwetter herbeizuzaubern, erotische Träume zu haben. Da das Gift der Nachtschattengewächse, besonders die Tollkirsche, erwiesenermaßen Halluzinationen hervorruft, sind die Hexenmittel durchaus geeignet, dem, der sie anwendet, individuelle Wunschvorstellungen, orgiastische Ausschweifungen, Verwandlungen und Wundertaten vorzugaukeln.
Ein Rezept für Hexensalbe, wie es im "Magia naturalis" von 1589 beschrieben ist:
"Sie wollen aber ein gewisses Fleisch kochen in einem Kessel mit Wasser, und das oben schwimmende Fett abnehmen, das andere aber stark einsieden und behalten: hernach diese Materien vermischen mit Epfig (Sellerie), Wolfswurz (Eisenhut), Pappelzweigen und Weyrauch. Oder sie sollen nehmen Wasser-Merck, Ackerwurtz (Quecke), Fünff-Fingerkraut, Fledermausblut, Nachtschatten und Oel, und eine Salbe daraus machen. Wenn sie sich nun damit schmieren und die Glieder wohl damit reiben, daß sie roth, und das Fleisch locker, die Schweiß-Löchlein aber offen werden, thun sie Fett oder Oel darüber her, daß die Säffte hineindringen, und die Würckung desto stärker werden."
Da Nachtschattengewächse Halluzinogene enthalten kann man sich durchaus vorstellen, daß, mit anderen magischen Kräutern zu einer Salbe vermischt und am Körper eingerieben, die Hexen damals auf "Reisen durch die Lüfte" unterwegs waren. Somit waren die Hexen die damaligen Drogensüchtigen.
An dieser Stelle muß ich aber natürlich sagen, daß jede Art von Experimenten mit Tollkirsche, Stechapfel etc. nicht gerade empfehlenswert sind. Die Dosierung ist hierbei von enormer Wichtigkeit und bei der kleinsten Überschreitung der Dosierung wartet der Körper mit Krämpfen und Atemnot auf, dies kann bis zum Atemstillstand und somit zum Tod führen.


