Veilchen,wohlriechendes

( Viola odorata )

 

Familie der Veilchengewächse

 

 

Heckenveilchen, Märzenveilchen, Marienstengel, Osterveilchen, Schwalbenblume,

Veigerl, Märzveilchen, Blauvögschen, Blage Öschen, Gufenöndli, Maiennägelein, Veigeli, Veieli, Vigeli, Viölken, Vilken, Vieli.

 

 

                              

März - April

                          

März - April,  Wurzel im September - Oktober

                    

die Blüte  ohne  Kelch, die Wurzel

 

 


 

          

Man findet das Veilchen an Rainen, Hecken, auf Wiesen, an Waldrändern.

Die Pflanze gehörte zu den 5 erweichenden Kräutern ( Eibisch, Malve, Bingelkraut, Glaskraut, Veilchen ) 

 


 

 

 

 

Eine Abkochung der ganzen Pflanze wird empfohlen bei .

starkem Husten, Keuchhusten, veraltetem Husten der Erwachsenen, Husten der Schwindsüchtigen, Kopfschmerz, bei Atemnot und Blähungen, anregend auf die Schleimproduktion im Verdauungstrakt, gegen Steinbildung Luftröhrenkatarrhe. Bei Gelenkentzündungen, Gicht, Hautausschlägen, bei Herzstechen. Bei Lungenspitzenkatarrh, verschleimten Bronchialkatarrh, Dosierung des Tees 4g auf 2 Tassen Wasser , diese werden über den Tag verteilt getrunken. ( Höhere Dosierung ist giftig )Man kann auch die Urtinktur verwenden, 2x tägl. 5 Tropfen. Veilchen- Sirup findet Anwendung bei :gegen Dickblütigkeit, Schwermut, Ohrensausen, Blutandrang zum Kopf, bei drohenden Schlaganfällen, verdünnt das Blut. Beseitigt Schlaflosigkeit, löst Verschleimungen der Atemwege, wirkt sehr herzstärkend. Mit Thymian vermischt bei Keuchhusten. Man kann auch die Urtinktur verwenden. Eine günstige Beeinflussung von Krebserkrankungen wird genannt, besonders Darm –, Zungen- Kehlkopfkrebs. Die Blüten haben eine leicht abführende Wirkung.

 

Gegen Husten wird eine Dosierung von 4 – 10 g der Blüten pro Liter Wasser genannt.

 

 

 

                      

Der Tee als Gurgelwasser bei : geschwollenen Mandeln, Bei Mundschleimhaut und Rachenentzündungen. Soll auch bei bösartigen Kehlkopfgeschwüren gute Dienste tun. In frischen Breipackungen sind die frischen Blätter gegen Verletzungen nützlich. Der Tee kann als Gurgelwasser bei geschwollenem Halse genommen werden, dient auch für Umschläge gegen Kopfschmerzen.

 

 

 

In höherer Dosierung wirkt der Tee als Brechmittel.

 

Saponine, Bitterstoffe, etwas ätherische Öle, das Alkaloid Odoratin

 

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte :

Urtinktur : Aus der ganzen Pflanze wird der Saft gepreßt und mit der gleichen Menge Weingeist vermischt. Dieses läßt man, unter öfterem Schütteln, 8 Tage stehen, dann gießt man des Helle  zur Verwendung ab.  ( 2 x tägl. 5 Tropfen. ) Veilchen- Sirup : 200 g Blüten werden mit 300ml kochendem Wasser übergossen und 24 Stunden stehen gelassen. Anschließend wird die Masse durch einen Filter ( sehr fein ) abgegossen und mit Wasser auf 350 ml. aufgefüllt. Das Ganze wird mit 650g Zucker erhitzt, bis sich der Zucker gelöst hat. Jetzt muß der  Sirup eine violette Farbe haben. Es werden täglich 3 x 1 Eßlöffel genommen. 

 

 

Veilchenkränze sollen gegen Kopfschmerzen helfen,  das einschlafen beschleunigen und Ärger besänftigen. Zusammen mit Lavendelblüten, Apfelblüten Schafgarbe und Rosen in Liebestränken verwendet. Die Blätter schützen vor schlechten Einflüssen.

Die Pflanze wurde bereits im Altertum medizinisch genutzt, kam aber erst im 10. Jahrhundert nach Europa. Wahrscheinlich im Jahre 1000 wurde es von Notker als Heil – und Zierpflanze beschrieben. Hildegard von Bingen beschreibt die Pflanze im 12. Jahrhundert. Auch der Geruch wurde sehr geschätzt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es von verschiedenen Kräuterbuchschriftstellern genannt.

    

Ein altes Siruprezept :

Nimm Märzveilchen, die in der besten Blüte stehen, tu sie in eine zinnerne Kanne, gieß heißes Wasser darüber, decke die Kanne voll zu und laß es 6 – 8 Stunden stehen; darnach drücke die Veilchen aus, mach das abgeseihte Wasser wieder heiß und schütte es über andere, frische Veilchen; das wiederhole 3 oder 4 mal. Dann tu guten Zucker dazu und laß es über einem gelinden Feuer aufsieden, bis es dick wird. Bewahre diesen Sirup in einem wohlverschlossenem Glase auf. Zwei oder 3 Löffel darvon genommen, löscht die brennende Hitze der schnellen Fieber, bringt Ruhe und Schlaf, hält den Leib offen und dient besonders den Kindern wider den Husten. Er erweicht auch die Geschwüre, kräftigt das Herz und ist ein Hauptmittel gegen alle hitzigen Krankheiten.